Heißrauchversuch in Atrium



Die Ralf Kludt Dipl.-Ing. (FH) Ingenieurgesellschaft mbH konnte im November 2025 in einem
Industrieunternehmen in Baden-Württemberg einen Heißrauchversuch zum Nachweis der
Entrauchungsfähigkeit eines architektonisch offen gestalteten Gebäudeteils durchführen.
Der Heißrauchversuch wurde in enger Zusammenarbeit mit der Firma FIREFOG TECHNOLOGY
organisiert und ausgeführt.
Der beübte Bauabschnitt hat eine Gesamtlänge von rund 250 Metern, ist in zwei Brandabschnitte
unterteilt und erstreckt sich mit einer offenen, balkonartigen Bauweise über drei Geschossebenen.
Die Dachflächen sind mit Glaselementen ausgestattet.
Ziel war es, unter realen Bedingungen die Funktionsfähigkeit verschiedener brandschutztechnischer Einrichtungen und deren
Zusammenspiel zu testen und dies für die zuständige Baurechtsbehörde zu dokumentieren.
Im Vorliegenden Fall wurden durch den Heißrauchversuch folgende Einrichtungen auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft:
- Brandabschottungen in die angrenzenden Brandabschnitte
- Feuerschutzabschlüsse in den Treppenräumen und angrenzenden Brandabschnitten
- Brandmeldeanlage (Auslösung & Auslösezeit)
- Mobile Brandmeldeanlage (Auslösung, Auslösezeit & Signal an die BMA)
- RWA-Öffnungen in den Dachflächen des Gebäudeteils (Auslösung automatisch & manuell)
- Automatische Auslösung und Verschluss von Brandschutztoren auf drei Ebenen
- Wirkungsweise der manuellen Zuluftöffnungen
- Dauer und Verlauf der Entrauchung der betroffenen Bereiche
- Brandfallsteuerungen für Lüftung & Aufzüge
Angenommen und in der entsprechenden Simulation eingespielt wurden zwei Brandszenarien in
den beiden vorhanden Brandabschnitten.
Es handelte sich um jeweils zwei Küchenbrände in unterschiedlicher Ausdehnung und unterschiedlicher Rauchausbreitung.
Der speziell zusammengesetzte Rauch wird an den Ausströmöffnungen der Brandrauchsimulatoren durch
Gasflammen mit 349° Celsius erhitzt und nach den Brandverlaufskurven freigesetzt.
Durch die thermische Aufbereitung (Rauchtemperatur 66° Celsius) steigt der Kunstrauch rasch an die Decke
und ermöglicht damit eine bestmögliche Brandrauch-Simulation.
Durch den Versuch konnten alle oben aufgeführten Funktionen und planerischen Maßnahmen
erfolgreich überprüft und die getroffenen Maßnahmen in ihrer Wirkungsweise nachgewiesen
werden. Heißrauchversuche können für solche und andere Fälle unserer Meinung nach einen
wichtigen, weil realistischen Beitrag dazu leisten, um die Wirkungsweise geplanter und getroffener
Brandschutzmaßnahmen nachweisen zu können. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei der Firma
FIREFOG TECHNOLOGY sowie dem Bauherren die für konstruktive und gute Zusammenarbeit!
